Rektovaginale Fistel

Rektovaginale Fistel

Was ist eine rektovaginale Fistel?

Die rektovaginale Fistel ist ein Zustand, bei dem bei Frauen eine Öffnung zwischen dem Rektum, dem letzten Teil des Dickdarms, und der Vagina besteht. Befindet sich diese Öffnung zwischen Dickdarm und Scheide, spricht man von einer colovaginalen Fistel, liegt sie zwischen Scheide und Anus, spricht man von einer anovaginalen Fistel. Während Patientinnen aufgrund wiederkehrender Vaginalinfektionen ernsthafte gesundheitliche Probleme erleiden, kommt es durch unkontrollierten Gas- und/oder Stuhlgang aus der Scheide zu erheblichen Einschränkungen in ihrem sozialen Leben. Die Beschwerden variieren je nach Breite und Höhe der Öffnung zwischen Rektum und Vagina. Häufig wiederkehrende Scheideninfektionen, übel riechender Scheidenausfluss, Blähungen oder Stuhlgang und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind die Hauptbeschwerden der Patienten.

Ursachen einer rektovaginalen Fistel?

NACHGEBURT UND VAGINALE TRAUMAS

Sie sind die häufigsten Ursachen für rektovaginale Fisteln. Es wird mit einer Rate von 0,1% nach schwierigen Geburten gesehen, bei denen sich Brüche entwickeln.

 

ENTZÜNDLICHE BODENKRANKHEITEN

Gerade bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Chron ist das Erkrankungsrisiko hoch.

 

STRAHLTHERAPIE (RADIOTHERAPIE)

Die Inzidenz rektovaginaler Fisteln und vesikovaginaler Fisteln (Fistel zwischen Vagina und Harnblase) steigt bei Patientinnen mit Gebärmutter-, Zervix-, Vagina- und Rektumkrebs nach Strahlentherapie in diesem Bereich.

 

OP BESTANDEN

Eine rektovaginale Fistel kann nach Hämorrhoiden-, Steißprolaps-, Rectocele-, Uterus- und Rektumkrebsoperationen gesehen werden. Eine Fistel kann sich aufgrund eines Wiederauftretens der Krankheit nach einer Operation bei Gebärmutter-, Vaginal- und Rektumkrebs entwickeln.

Im Fall einer rektovaginalen Fistel, die sich als Ergebnis einer Anastomosentrennung bei einer Patientin entwickelt hat, die sich einer früheren Rektumkrebsoperation unterzogen hat, stammt die durch den Analkanal zugeführte Flüssigkeit aus der Vagina.

 

INFEKTIONEN

RVF kann nach Abszessen im Steiß- und Genitalbereich gesehen werden. Mit fortschreitendem Alter im Sigma entwickeln manche Menschen Blasen, die Divertikel genannt werden. Bei ihrer spontanen Perforation können sich Divertikulitis und intraabdominale Abszesse entwickeln. Besonders bei Frauen, deren Gebärmutter entfernt wurde, mündet dieser Abszess in die Scheide und es entsteht die Krankheit, die wir Kolovaginalfistel nennen.

Diagnose der rektovaginalen Fistel

Obwohl die meisten Beschwerden des Patienten zu einer direkten Diagnose führen, ist eine ausführliche gynäkologische, proktologische und endoskopische Untersuchung erforderlich. Die Vorgeschichte des Patienten sollte untersucht und notwendige radiologische Untersuchungen durchgeführt werden, um Krankheiten aufzudecken, die eine Fistelbildung verursachen können. Es ist auch wichtig, die Muskeln zu beurteilen, die den Anus umgeben und Gas und Stuhl liefern. Nur so können Höhe, Größe und Ursache der Fistel bestimmt und die richtige Behandlungswahl getroffen werden.

Rektovaginale Fistelbehandlung

Die Chance einer spontanen Heilung von rektovaginalen Fisteln ist außer in einigen Sonderfällen vernachlässigbar, daher ist die Hauptbehandlung eine Operation. Die Wahl der chirurgischen Behandlung hängt ganz von der Ursache, Lage und Größe der Fistel ab.

Bei RVF-Patienten, die sich aufgrund eines Geburtstraumas entwickeln, werden häufig Risse in den Steißmuskeln begleitet. Die primäre Behandlung besteht darin, die Infektion in diesem Bereich zu entfernen. Anschließend wird der After (transanaler Zugang), vaginaler Zugang (transvaginaler Zugang) oder ein Zugang aus der Anus-Vaginal-Region (transperinealer Zugang) verschlossen und die gerissene Steißmuskulatur repariert.

Die Behandlung von RVFs aufgrund von Morbus Crohn ist schwierig und die Rezidivraten sind hoch. Zunächst sollte die Infektion beseitigt werden, wenn ein Abszess vorhanden ist, sollte dieser entleert und die Kolitis kontrolliert werden. Anschließend kann die Fistel mit Rektum- oder Vaginalgewebe verschlossen werden (endorektale oder transvaginale Vorschublappenmethode). Bei rezidivierenden RVFs aufgrund von Morbus Crohn können eine vorübergehende Stuhlentfernung (Stoma) und fortgeschrittene Lappenverfahren (Rektalmanschettentechnik) durchgeführt werden.

Bei RVFs, die aufgrund einer Strahlentherapie (Strahlentherapie) entstehen, muss zunächst nachgewiesen werden, dass die Krebserkrankung nicht erneut auftritt. Lokale Reparaturen scheitern oft an einer ausgedehnten Schädigung des Rektums durch Strahlentherapie. Aus diesem Grund kann bei solchen Fisteltypen ein Verschluss der Öffnung mit Muskelgewebe (Gracilis-Muskel-Interposition und Martius-Lappen-Methode) versucht werden. Bei diesen Fistelpatienten können jedoch nur mit dem abdominalen Zugang erfolgreiche Ergebnisse erzielt werden. Bei dieser Operationstechnik (untere vordere Resektion und perianale Durchzieh-Kolon-Anastomose) wird das erkrankte Enddarm, das durch die Strahlentherapie betroffen ist, entfernt und der Dickdarm wieder mit dem Anus verbunden, wodurch die Darmkontinuität sichergestellt wird.

Colovaginale Fisteln sind am häufigsten aufgrund von Infektionen, und die Behandlung ist fast immer chirurgisch. Nach rezidivierenden Divertikulitis-Schüben im Bauchraum, meist im Sigma, kann sich im Laufe der Zeit eine Fistel zwischen Vagina und Sigma entwickeln. Die Erfolgsquote liegt bei 100 %, indem der erkrankte Darm vorzugsweise laparoskopisch aus dem Bauchtrakt entfernt und die Darmdurchgängigkeit wiederhergestellt wird.